Richtig dübeln: Dübelarten und Anwendungsbeispiele

Sie haben Dübel wahrscheinlich schon einmal benutzt, ohne sich genauere Gedanken darüber zu machen. Die kleinen grauen Kunststoffröhrchen mit Zacken und Einschnitten kennt wohl jeder. Damit ist der klassische Spreizdübel gemeint. Doch es gibt noch viele weitere Dübelarten für unterschiedliche Belastungsarten und Untergründe! Wir zeigen in diesem Ratgeber, wie Sie richtig dübeln.

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Klassischer Spreizdübel aus Kunststoff

Bevor wir im Speziellen auf die Untergründe eingehen, möchten wir die verschiedenen Dübelarten erklären: Den normalen Spreizdübel haben wir ja bereits erwähnt. Er spreizt sich durch die beiden gezackten Stege beim Einschrauben der Schraube in zwei Richtungen auf. So entsteht eine reibschlüssige Verbindung. Zur Erinnerung bezüglich der 3 Verbindungsarten hier der Wiki-Artikel: Link

Zusätzlich gibt es noch weitere, speziellere Spreizdübel aus Kunststoff. Den vierstegigen Spreizdübel beispielsweise, der sich in 4 Richtungen ausdehnt. Oder den Universaldübel, der auch in Hohlräumen hält. Gerüstdübel, Plattendübel, Gasbetondübel und Gipskartondübel sind ebenfalls Spreizdübel aus Kunststoff für die entsprechenden Anwendungen. Eine gute Übersicht findet sich in diesem PDF-Dokument: Link

Zudem gibt es noch Dübel aus Metall in vielen verschiedenen Ausführungen. Federklappdübel für die Befestigung bei unterschiedlichen Plattenstärken, Hohlraum-Metalldübel und Messingdübel sowie Metallspreizdübel sind hier zu nennen.

Nachfolgend ein Video zu den Hohlraumdübeln aus Metall, damit man sich etwas darunter vorstellen kann:

Zu guter Letzt existieren auch noch chemische Dübel. Hier übernimmt ein Klebstoff bzw. ein Harz die Aufgabe der Haftung – durch Stoffschluss, Formschluss und Reibschluss! Diese Dübelart kann im Fall der Fälle immer angewandt werden, beispielsweise bei einem ausgerissenen Bohrloch oder in besonderen Untergründen, aber auch bei gerissenem Beton. Hier auch ein Video, das zeigt, wie so etwas in einem Hohlziegel aussehen kann:


Der richtige Dübel für Beton

Wir haben gerade ein Beispiel erwähnt: In Beton nutzt man am besten einen Spreizdübel aus Kunststoff oder Metall. Besonders der Gerüstdübel ist für sehr hohe Zuglasten spezifiziert, insbesondere bei Verwendung mit den passenden Schrauben. Auch chemische Dübel erreichen hohe Zuglasten, selbst in gerissenem Beton.

Außerdem wären da noch Messingdübel. Diese sind letztlich ebenfalls Spreizdübel aus Metall, jedoch können sie Schrauben mit metrischem Gewinde aufnehmen.


In Holz korrekt dübeln

Auch eine Verbindung in Holz profitiert von einem Spreizdübel. In der Praxis wird das allerdings selten gemacht. Der Grund: In der Regel reichen Holzschrauben ohne Dübel aus. Das Holz ist anders als Beton oder Ziegel kein keramisches Gefüge und verkrümelt nicht. Außerdem ist es nicht so druckfest und hart. Die Holzschraube schneidet sich ihr eigenes Gewinde.

Wer es richtig fest mag, der nutzt dennoch einen Dübel. Auch hier gilt: Wenn Sie Schrauben mit metrischem Gewinde einschrauben möchten, brauchen Sie einen Metalldübel, beispielsweise einen kleinen Messingdübel.


Platten wie Gipskarton oder Holzverkleidungen richtig dübeln

Bei Befestigungen in einen Plattenuntergrund sollten Sie zu speziellen Plattendübeln oder Gipskartondübeln greifen. Das gilt insbesondere, wenn Ihnen bekannt ist, mit welcher Plattendicke Sie rechnen müssen. Ist Ihnen diese jedoch unbekannt, greifen Sie zu einem sogenannten Federklappdübel. Hier sorgt ein hinter der Platte selbstausklappender Anker für Halt.

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Plattendübel


Welche Tragkraft haben Dübel?

Das kommt darauf an. Es gibt für fast alle Dübel Vorschriften für die Befestigung und die Auslegung, aus denen auch die sogenannte zulässige Traglast bzw. Zuglast resultiert. So hat ein 70 mm langer 14 mm durchmessender Gerüstdübel in Beton C20/25 beispielsweise eine Zuglast von 5 kN bei einem Sicherheitsfaktor von 3. Das heißt: Wer mehr als 500 kg daran anhängt, der überschreitet die zulässige maximale Zuglast.

Das heißt aber nicht, dass der Dübel herausflutscht. Der Sicherheitsfaktor von 3 zeigt: An diesem Dübel könnte man maximal 1,5 Tonnen befestigen, bis der Dübel mit hoher Wahrscheinlichkeit zerstört wird und die Verbindung reißt. Will man richtig dübeln gilt es also sich vorab über die Tragkraft zu informieren.


Bohren für den Dübel: Besonderheiten beim Hohlstein

Bevor Sie richtig dübeln können, müssen Sie auch richtig bohren: Das heißt, dass Sie entsprechend dem Untergrund und Dübel ein Loch bohren müssen. Schauen Sie für den verwendeten Dübel nach der zugehörigen Größe des Bohrlochs. In minderwichtigen Fällen reicht ein Abschätzen, indem Sie den Durchmesser des dünnen Teils des Dübels mit dem des Bohrers vergleichen.

Hinsichtlich des Untergrundes gilt, diesen möglichst nicht zu beschädigen. Deshalb sollten Sie nur in Beton oder Vollstein mit Schlag bohren. Bei Hohlstein oder Leichtbeton bohren Sie bitte nur im Drehgang! Sie können das an der Schlagbohrmaschine bzw. dem Bohrhammer einstellen.

Sollte eines von beiden oder sogar beides nicht richtig geklappt haben, dann bleibt Ihnen immer noch eine Wahl: Der chemische Dübel. Der hält auch in gerissenem Beton oder bei einem zu großen Bohrloch.

Richtig dübeln: Dübelarten und Anwendungsbeispiele
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