Tür kürzen: Anleitung und wichtige Hinweise

Sie sind wahrscheinlich hier, weil Sie schon einen Grund dafür haben, die Tür kürzen zu müssen. Dem Bedarf des Kürzens einer Tür geht in der Regel ein neuer Boden zuvor: Laminatboden beispielsweise, als Ersatz für den PVC Boden. Insbesondere, wenn Laminat auf bereits bestehende oder an Stelle besonders dünner Böden verlegt wird, ist die Tür am Ende zu lang: Sie schleift auf dem Boden bzw. lässt sich gar nicht erst ordnungsgemäß einhängen. Da hilft in der Regel nur das Kürzen der Tür.

Tür kürzen hobeln


Was kostet es, eine Tür zu kürzen?

Die Kosten für das Kürzen einer Tür hängen zum Großteil von der Tür und von der Technik ab. Wer einen Schreiner damit beauftragt, eine Holztür zu kürzen, ist schnell einige hundert Euro los. Auch das Kürzen von Glastüren ist, falls überhaupt ohne weiteres möglich, ähnlich teuer. Wer die Tür vor Ort kürzen lässt oder sie gar selbst kürzt, spart selbst mit dem Werkzeugkauf bereits ab der ersten Tür Geld: Es braucht nicht mehr als einen Elektrohobel, um die Tür professionell zu kürzen – wenn es denn eine Holztür ist. Bei anderen Türen wie jenen aus Glas oder gar aus Metall raten wir zu einem Profi. Besonders Metalltüren sind selten und meist zugleich Brandschutztüren – hier gibt es einiges zu beachten.


Ist das Kürzen der Tür in einer Mietwohnung erlaubt?

Das Kürzen einer Tür in einer Mietwohnung ist nur dann erlaubt, wenn der Vermieter dies billigt. Das entsprechende Einverständnis sollten Sie sich als Mieter am besten schriftlich holen. Bedenken Sie das zudem bereits bevor(!) Sie den Boden verlegen. Andernfalls bleibt Ihnen meist nur die Alternative, die Tür wegzulassen. Wir diskutieren Alternativen zum Tür kürzen am Ende des Beitrags.


Kann ich jede Tür kürzen?

Ja, Sie können grundsätzlich jede Tür kürzen, das ist nur eine Frage des Aufwands. Es gibt Türen, die sich besonders einfach kürzen lassen, das sind im Regelfall Holztüren. Andere Türen wie Glas- oder Metalltüren sind nur mit großem Aufwand professionell kürzbar. Besondere Türen wie Brandschutztüren oder Funktionstüren können mitunter nicht ohne funktionelle Einbußen gekürzt werden.

Anleitung kürzen von Tür


Wie kann ich die Tür ohne aushängen kürzen?

Um eine Tür zu kürzen, müssen Sie diese aushängen: Schließlich müssen Sie ja die Unterseite erreichen und frei dort arbeiten können. Sollten Sie die Tür aus diversen Gründen nicht aushängen können, bleibt Ihnen die Alternative, die Tür mit einer Säge zu kürzen. Wir raten hier zur Japansäge. Diese ermöglicht besonders präzise Schnitte direkt am Boden. Nehmen Sie sich dafür aber viel Zeit, proben Sie das vorher und arbeiten Sie sorgfältig! Ansonsten kommt das Ergebnis nur sehr entfernt dem mit einem Hobel nahe.


Welche Möglichkeiten habe ich, um eine Tür zu kürzen?

Mit dem Hobel

Wir raten Ihnen zur saubersten, einfachsten, schnellsten und für diejenigen ohne alternative Werkzeugmaschine sogar noch günstigsten Lösung: Kürzen Sie die Tür mit einem elektrischen Handhobel. Derartige Hobelmaschinen gibt es ab etwa 30€, oft sogar darunter: Mit Ihnen können Sie in einem Rutsch 0 – 2 mm von der Tür unten abnehmen – und zwar mit perfektem Schnittbild und garantiert plan.

Türe hobeln

Mit der Kreissäge

Wer bereits eine Handkreissäge hat, kann auch damit ein gutes Schnittbild erzielen und die Tür ähnlich schnell kürzen wie mit dem Hobel. Wir empfehlen Ihnen jedoch eine Kreissäge mit Führungsschiene, ein sehr scharfes bzw. neues Sägeblatt, eine hohe Drehzahl und ggf. die Nutzung von Klebeband zur Verhinderung von Ausrissen.

Mit der Oberfräse

Die dritte Alternative zum Hobel bzw. zur Kreissäge ist die Oberfräse. Auch sie hinterlässt bei richtiger Anwendung ein sehr sauberes Schnittbild und erlaubt das Abtragen mehrerer Millimeter auf einmal. Sie brauchen für eine normale Tür mit einer Dicke von mehreren Zentimetern allerdings eine große und professionelle Oberfräse sowie lange Nutfräser. Preislich liegen Sie hier schnell über einer Kreissäge – aber vielleicht haben Sie ja alles schon da.

Mit Stichsäge, Handsäge, uvm.

Weitere Alternativen sind die Nutzung einer Stichsäge oder einer Handsäge wie z.B. einer Japansäge. Hier ist jedoch Sorgfalt und Zeit gefragt. Die Japansäge hat wie erwähnt den Vorteil, dass Sie die Tür auch im eingehängten Zustand sehr nah am Boden kürzen können.


Werkzeug und Material für das Kürzen einer Tür

Entsprechend der obigen Empfehlung zeigen wir Ihnen im Folgenden, was beim Werkzeug- und Materialkauf für das Kürzen einer Tür auf Ihrem Einkaufszettel stehen sollte. Dabei setzen wir voraus, dass Sie noch kein Werkzeug und Material haben.

<strong>Werkzeugliste</strong>
<strong>Materialliste</strong>

Vorteile und Nachteile vom Kürzen einer Tür

Das Kürzen einer Tür bringt zwar den Vorteil, diese z.B. mit dem neuen Boden wieder nutzen zu können – jedoch gibt es auch Nachteile. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Vor- und Nachteile für bzw. wider das Kürzen einer Tür!

Vorteile & Nachteile

VORTEILENACHTEILE
  • Tür geht wieder auf und zu
  • Tür kann individuell an den Boden angepasst werden
  • Schnelle und einfache Lösung, wenn man es selber macht
  • Praktisch unmöglich rückgängig zu machen
  • Viele leben in Mietwohnungen: Risiko, dass der Vermieter es nicht erlaubt
  • Teuer, wenn man es machen lässt

Welche Alternativen habe ich, wenn ich die Tür nicht kürzen kann?

Das Kürzen einer Tür hat den Zweck, dass sie mehr Bodenfreiheit bekommen bzw. dass die Tür unten nicht den Boden berührt. Dafür müssen Sie die Tür ja nicht kürzen – es gibt auch andere Wege, den Abstand vom Boden zur Tür zu vergrößern. Diese haben jedoch alle ihre Limits. Ein Überblick:

Tür höher hängenBodendicke verringernTür weglassen
Geeignet für
  • Solange wie oben noch genug Platz dafür ist
  • Wenn das Wohnen das erlaubt – oder die Tür z.B. durch einen Vorhang ersetzt werden kann
Vorteile
  • Die Tür bleibt intakt
  • Es braucht meist nicht mehr als ein paar Unterlegscheiben
  • Schnell und einfach
  • Tür bleibt intakt
  • Es muss nichts verändert werden – nur entsprechend beim Bodenbelag vorausgeplant
  • Tür bleibt intakt
  • Einfach und schnell umsetzbar
  • Keine Investitionskosten (wenn der Durchgang offen bleibt)
Nachteile
  • Meist nur um 0 bis 2 mm an Höhe zu gewinnen
  • Tür schließt (oben) eventuell schwerer
  • Einschränkungen hinsichtlich der Dicke des Bodenbelags
  • Raum nicht mehr (ab-)schließbar
  • Sieht schnell „unfertig“ aus
  • Tür muss dauerhaft irgendwo gelagert werden

 

 

 

 

 

 

Wolfgang Ruppert
DQo8c2NyaXB0IGFzeW5jIHNyYz0iLy9wYWdlYWQyLmdvb2dsZXN5bmRpY2F0aW9uLmNvbS9wYWdlYWQvanMvYWRzYnlnb29nbGUuanMiPjwvc2NyaXB0Pg0KPGlucyBjbGFzcz0iYWRzYnlnb29nbGUiDQogICAgIHN0eWxlPSJkaXNwbGF5OmJsb2NrIg0KICAgICBkYXRhLWFkLWZvcm1hdD0iYXV0b3JlbGF4ZWQiDQogICAgIGRhdGEtYWQtY2xpZW50PSJjYS1wdWItMDQ1Mzk2OTI5MzM1MjQ4MyINCiAgICAgZGF0YS1hZC1zbG90PSI1NDE0MzUxNzQyIj48L2lucz4NCjxzY3JpcHQ+DQogICAgIChhZHNieWdvb2dsZSA9IHdpbmRvdy5hZHNieWdvb2dsZSB8fCBbXSkucHVzaCh7fSk7DQo8L3NjcmlwdD4NCg==